Von halben Talenten.und ganzen Zweifeln.

Jeder kennt das. Man kann eine Sache gut, ja, sogar besser als viele andere Mitmenschen, aber man möchte sie am Besten können.

Man möchte zum Beispiel nicht nur gut malen können, man möchte am Besten malen können. Die Meisten sagen ja auch man kann gut malen – und wenn dann doch einer sagt, er findet es nicht so gut, dann ist man enttäuscht und fängt an zu zweifeln. Ist man doch nicht talentiert? Warum male ich überhaupt? Ist das reine Zeitverschwendung?

Mir geht es so. Schon von Kind an hieß es ich kann gut malen. In der Schulzeit war ich immer mit einer der Besten. Dennoch habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt, obwohl es mir Spass gemacht hat. Vor ein paar Jahren habe ich dann nochmal angefangen, mit Acryl-Farben. Ich habe ein paar Bilder gemalt, die auch ganz gut aussahen, aber eben nicht so gut wie ich sie gern gehabt hätte. Und auch wenn meine Bekannten die Bilder gut fanden, totale Begeisterung fand ich nicht. Dann habe ich wieder aufgehört. Warum? Ja, ich schiebe es auf den fehlenden Platz, den Zeitmangel und die ganze“Sauerei“. In Wahrheit bin ich einfach zu träge mich mehr damit zu beschäftigen, zu lernen wie man richtig malt. Ich war etwas enttäuscht von mir, dass ich es nicht besser hinbekommen habe, obwohl ich doch weiß, dass ich eigentlich gut malen kann.

Warum erwartet man so viel von sich selbst ? Weil man dann z.B im Fernsehen einen jungen Mann sieht, der mit seiner Malerei schon Millionen verdiehnt. Alle reißen sich um seine Bilder. Und er sieht doch auch so normal aus wie man selbst. Aber er hat viel dafür gegeben, er hat sich um seinen Erfolg bemüht, hat dafür gesorgt, dass seine Bilder ausgestellt werden und opfert seine ganze Freizeit für die Malerei. So ist das mit diesen großen Talenten, sie sind ein unaufhörlicher Prozess, eine Hingebung, nicht bloß ein kleiner Faible oder eine Idee. Man muss was dafür tun. Immer und immer weiter.

Aber… es muss doch nicht jeder berühmt werden. Man muss nicht immer perfekt sein, man muss nicht mal immer gut sein, hauptsache man hat Spass an der Sache. Und vorallem – man darf sich nicht immer mit den Anderen messen. Vorallem bei Kunst, Kunst, bzw. deren Schönheit liegt doch immer im Auge des Betrachters. Man sollte auch mal mit sich selbst zufrieden sein, auch wenn man nicht makellos und fehlerfrei ist. So ist das mit den meisten Dingen im Leben. (Auch mit dem bloggen.)

Vielleicht male ich bald auch wieder. Es ist nämlich keine Zeitverschwendung, weil es mir einfach Spass macht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s