A-N-G-S-T verstehen#2

Nachdem man nun gelernt hat, dass man sich Angst bloß selbst macht, muss man nun lernen „wie man sich keine Angst macht“, also wie man sie wieder (halbwegs) los wird und sozusagen die eigenen Fehlprogrammierungen repariert 😉 Das kann nur jeder für sich, denn eigentlich kann niemand einem die Angst nehmen, außer man sich selbst. Für den einen Moment gibt einem der Partner, der Papa, die Mama oder der Bruder den Schutz, aber im Endeffekt muss man es ganz alleine schaffen! Man erlebt die Gefühle ja schließlich nur selbst.

Es ist ja auch ganz natürlich vor gewissen Dingen Angst zu haben, es ist ein guter Schutzmechanismus, den man auch nicht vollkommen ablegen sollte, da Angst ja auch stark machen kann. Aber eine ungesunde, übertriebene Angst bewirkt leider das Gegenteil und schränkt einen sehr ein, daher sollte man sich diese so gut wie möglich abtrainieren.

Dafür muss man Umlernen:

  • Einsicht bekommen -> eine normale Situation wieder neutral bewerten
  • Übung -> sich die Situation ohne Angst vorstellen
  • Widerspruch -> den Bauch und Kopf Widerspruch überwinden, die negativen Gefühle überlisten, auf die neue Bewertung einlassen, ihnen vertrauen
  • Übereinstimmung von Kopf und Bauch -> man fühlt sich wohler, ist aber noch am „üben“
  • neue Gewohnheiten aneignen-> der Kampf ist gewonnen, die Programme laufen von selbst

Dieses Umlernen muss man sich bei jeder Situation wieder vor Augen führen. Es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen, man muss üben, üben, üben. Man sollte den Situationen nicht entfliehen, denn davon geht die Angst nur für den Moment weg, nicht für immer. Ich bin leider auch so eine Vermeidungskünstlerin….

Also, die Tatsache, dass wir Angst verspüren, bedeutet lediglich, dass wir uns angstauslösende Gedanken gemacht haben / machen. Für unser Gehirn spielt es nämlich keine Rolle ob wir uns etwas nur ausmalen oder wirklich erleben, es speichert solche negativen Gedanken/Phantasien einfach ab und stellt eine (falsche) Verknüpfung her, sodass unser Körper automatisch mit Gefühlen und körperlichen Veränderungen reagiert.

Unser Bauchgefühl sagt uns also „Angst weil Gefahr“, aber unser Kopf/Verstand muss dagegen denken und darauf muss man hören und ihm vertrauen.

Übrigens: unser Gehirn kann Verneinungen nicht wirklich verarbeiten, wenn man z.B. denkt „hoffentlich falle ich nicht um“ sehen wir uns im Geiste umfallen und haben ggf. Angst. Also lieber immer denken wie schön es ist dort zu stehen und die Aussicht zu genießen.

Negative Gedanken sollten wir demnach ganz schnell streichen und sie durch positive Gedanken ersetzen. Keine Katastrophen ausmalen, sondern schöne Erlebnisse vorstellen.

Es ist ganz und garnicht einfach, aber man kann es schaffen. Auch über folgende Schritte kann man seine Angst überdenken und sie etwas herabstufen :

  • Entspricht meine Angst den Tatsachen?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass es eintrifft wovor ich Angst habe?
  • Wie kann ich die Situtation verhindern, die eintreffen könnte?
  • Was, wäre, wenn es wirklich passiert? Ist es so ausweglos? Katastrophenalarm?
  • Haben alle Menschen davor Angst (oder nur ich) ? Ist die Angst unrealistisch?
  • Gewinn und Verlustrechnung, was gewinne ich durch das Erleben der Situation und was verliere ich, wenn ich es nicht tue?

Man sollte sich vorallem positive Vorstellungsbilder antrainieren (sich vorzustellen in der Situation zu sein, neue Gedanken dazu schaffen, positiv fühlen und verhalten)

Ich finde das Büchlein „Ängste verstehen und überwinden“ wirklich ganz ganz toll. 🙂

 

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6 Gedanken zu “A-N-G-S-T verstehen#2

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