Verhaltenstherapie #2

Nun, da ich letzt eine kurze Zusammenfassung der ersten beiden Bausteine festgehalten habe, habe ich nun ein wenig über meine bisherigen Ergebnisse nachgedacht.

Meine Verletzlichkeitsbereiche sind nämlich schon sehr stark ausgeprägt und ich fragte mich warum das so ist. Man beantwortet hier Fragen und dann werden die Ergebnisse ausgewertet und die Bereiche werden von 0-24 Punkten bewertet.

Mein stärkstes Ergebnis ist das Bedürfnis geliebt zu werden (20 Punkte- ja, das hab ich mir vorher schon gedacht), danach folgt das Bedürfnis nach Anerkennung (17 Punkte- ja, Lob ist schön, aber ist mir das echt so wichtig?) , danach das Bedürfnis erfolgreich zu sein (16- auch das hätte ich nicht gedacht, auch wenn ich mich freue erfolgreich zu sein ist mir das so wichtig?). Komischweise ist das Bedürfnis, auf alles einen Einfluss zu haben weniger stark ausgeprägt (11 Punkte- wobei ich mir doch für vieles die Schuld gebe bzw. denke was ich hätte besser machen können).

Ja, das Bedürfnis geliebt zu werden… Ich kann mir denken, warum das so stark ist, und ja, wenn ich das Gefühl habe ich bedeute einem nicht viel, werde ich sehr traurig und gerate aus meinem inneren Gleichgewicht. Wenn ich z.B. nicht regelmäßig, das Gefühl bekomme, dass mein Partner mich liebt, fühle ich mich vernachlässigt. Nein, ich möchte nicht ständig ein „ich liebe Dich“ bekommen oder täglich einen Blumenstrauß, aber eben das Gefühl bekommen. So wie ich es auch versuche zu geben. Mal ein Küsschen oder eine Umarmung oder ein liebes Wort. Einfach Interesse an mir und meinen Problemen und vorallem auch Verständnis. Dann ist mein Bedürfnis und mein inneres Gleichgewicht wieder hergestellt. Ich gerate sehr schnell ins Schwanken, wenn mir das Gefühl fehlt.

Ich habe hierzu noch gelesen, dass es unterschiedliche Liebessprachen gibt, d.h. nicht jeder spricht die gleiche Sprache, wenn es darum geht, dem Partner seine Liebe zu zeigen oder die gezeigte Liebe als diese zu erkennen. Allerdings sind manche Dinge, doch grundlegende Handlungen oder Gesten oder schließe ich hier wieder zu sehr von mir auf andere? Erwartet man zu viel? Zärtlichkeit, Hilfsbereitschaft, Zweisamkeit, Lob und Anerkennung, Geschenke, die von Herzen kommen sind die Hauptsprachen der Liebe. Diese Bedürfnise sind wohl eben nicht bei jedem gleich stark ausgeprägt.

Vielleicht liegt es auch hauptsächlich daran, dass ich ein Scheidungskind bin. Verlustängste sozusagen vorprogrammiert sind, auch wenn ich mittlerweile ein gutes Verhältnis zu beiden meiner Elternteile habe. Aber ich war Einzelkind und gerade bei meiner Oma, bei der ich teilweise gewohnt habe, bin ich mit viel Liebe und Fürsorge großgezogen worden, die mir heute einfach sehr oft fehlt.

Auch meine Freude sind mir sehr wichtig, und gerade bei meiner besten Freundin, bedeutet mir auch hier ein innigeres Verhältnis sehr viel, leider ist das die letzten Jahre auch sehr eingeschlafen, sogar für einige Monate bis zur völligen Funkstille, durch meine Beziehung, durch ihre Beziehung, das tat mir sehr weh, aber wir bauen es langsam wieder auf. Ich bin leider jemand, der sich, sobald er das Gefühl bekommt irgendwie vernachlässigt zu werden selbst auf Abstand geht und sich distanziert, vielleicht als eine Art Schutzmechanismus um nicht auf Widerstand/Enttäuschungen zu stoßen. Vielleicht auch aus Stolz und Eitelkeit, weil man ja niemandem hinterherlaufen möchte, ich weiß es nicht. Auch zu einem anderen sehr guten Freund habe ich nun wieder mehr Kontakt, was mir unheimlich Kraft gibt. Sowie natürlich auch andere Freunde und Verwandte. Auch wenn ich nicht viele Freunde habe, -mit den Jahren schwinden sie doch sehr-, ist es wichtig für mich, dass wir uns alle gegenseitig Halt geben und einfach wissen, dass wir einander was bedeuten. Wir sollten unbedingt wieder mehr Zeit miteinander verbringen.

Das Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden entspricht dem Bedürfnis nach zuwendender geistiger und körperlicher Existenzbestätigung durch das Gegenüber. Kurz: Ohne Liebe des andern bin ich nicht. Und ohne die meine ist kein anderer. Frank Fehlberg

Ich bin zwar gerne alleine und habe meine Ruhe, aber es ist doch sehr wichtig für mich, dass ich gemocht und geliebt werde, zumindest von denen, die ich liebe. Auch wenn das Bedürfnis der Gegenliebe keine Tugend ist, ich habe es in mir und ich denke fast jedes soziales Wesen ebenso.

Ja, das Leben ist eine Reise. Eine Reise, die man am besten zusammen mit einem Begleiter unternimmt. Natürlich kann dieser Begleiter nahezu jeder sein. Ein Nachbar von der anderen Strassenseite, oder der Mann auf der anderen Seite des Bettes. Der Begleiter kann eine Mutter mit guten Absichten sein. Oder ein Kind, das nichts Gutes im Schilde führt. Trotz bester Absichten werden manche von uns ihren Begleiter unterwegs verlieren. Und dann, wird die Reise unerträglich. Denn die Menschen sind zwar für vieles geschaffen. Aber nicht, für die Einsamkeit. Desperate Housewives

Was aber mindestens genauso wichtig ist, sich selbst zu lieben. Das lerne ich momentan wieder, ich lobe mich selbst für kleine Fortschritte, beim Kampf gegen die Angst z.B. und lerne meine eigenen Bedürfnisse besser einzuordnen und ihnen nachzugehen. Bei hochsensiblen ist das nämlich sehr wichtig. Auch das lerne ich momentan erst wieder, irgendwie habe ich das nämlich verlernt, und meinte viel zu oft ich müsste so sein wie andere, es anderen immer recht machen und habe mich schlecht gefühlt, wenn ich mehr Ruhe brauche usw. Ich mache mir selbst wieder Geschenke und shoppen ein bisschen, mache oft einfach das worauf ich gerade Lust habe. Und vorallem, muss ich nich immer funktionieren. Wirklich nicht. Ich bin ja schließlich keine Maschine, und selbst die gehen manchmal kaputt und müssen repariert werden.

Ich mag das Programm Moodgym wirklich sehr, ich lerne hier sehr viel von mir. Man sollte es nur langsam angehen, damit man genug Zeit hat über all die einzelnen Aspekte nachzudenken. Also mit mind. 1 Tag Unterbrechung pro Baustein finde ich. Ich glaube so ehrlich und selbsterkennend war ich noch nie… 🙂

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