Unruhe

Die letzten Tage konnte ich überhaupt nicht schlafen. Ich fand einfach keine Ruhe und war den nächsten Tag wie erschlagen. Das lag vielleicht einmal an der benachbarten lautstarken Gartenparty, sowie an einem Streit, aber hauptsächlich lag es doch wieder mal an mir.

Ich beobachte mich ständig dabei, wie ich mich in den Beschäftigungen wie Stellenanzeigen durchforsten, im Internet surfen, Roman schreiben, und vorallem beim Multitasking etc. verliere. Stundenlang. Immer versuche ich mir irgendetwas zu beweisen, meine aus Fairness meinem Freund gegenüber, den ganzen Haushalt alleine schmeißen zu müssen, weil ich ja zuhause bin und er arbeiten muss, checke ständig meine Emails, ob sich jemand auf meine Bewerbungen gemeldet hat und selbst beim Tv schauen schiele ich auf mein Handy oder den Laptop oder denke an darüber nach was ich als nächstes tun kann. Ich sage einfach nie zu mir selbst “ jetzt ist Schluss „, ich bin einfach nicht besonders gut darin einfach garnichts zu machen, sodass ich dann trotz Entspannungsübungen einfach keine Ruhe finde, obwohl ich diese doch schon seit Monaten so dringend nötig habe.

Ich muss hier dringend an mir arbeiten. Ich schreibe und lese so viel darüber, und dennoch erwische ich mich immer wieder dabei, und kann dann einfach nicht abschalten.

Daher habe ich mir eben ein langes Bad gegönnt und habe endlich wieder an dem Buch weitergelesen, welches ich mir vor über einem Monat gekauft habe und es seit Wochen auf meinem Nachtschränkchen liegt. „die Tuchvilla“ mal wieder was zum träumen und abtauchen in frühere Zeiten.  Ich werde mir wieder eine Facebook-Auszeit nehmen, und auch mit dem Handy nicht mehr surfen, sondern wenn, nur am PC. Auch muss ich nicht ständig Mails oder Stellenanzeigen checken, das reicht einmal am Tag, okay, die emails vllt zwei mal. Denn auch, wenn ich momentan nicht arbeiten gehe, darf und vorallem muss ich mir meine Auszeiten gönnen.

Ohne innere Ruhe wallt der Mensch auf wilden Wegen. Durst und Drang zu unmöglichen Fernen rauben ihm jedoch den Genuß des nahen gegenwärtigen Segens und jede Kraft des weisen, geduldigen und lenksamen Geistes. Wenn das Gefühl nicht mehr von innerer Ruhe beseelt ist, so entnervt seine Kraft den Menschen in seinem Innersten und plagt ihn mit finsteren Qualen in Tagen, in denen der heitere Weise lächelt.

Johan Heinrich Pestalozzi

Die Stille und Ruhe gönnen dem inneren Sein eine tiefe Macht und freieres Walten, und es ist immer besser, wenn das Innere nach außen, als wenn umgekehrt das Äußere nach innen strömt.

Wilhelm von Humboldt

 

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19 Gedanken zu “Unruhe

  1. Bisschen off topic, aber wie findest du “die Tuchvilla” bisher? Ich überlege das Buch zu kaufen, aber habe Angst, dass es wieder so ein „Reich verliebt sich in Arm und bekämpfen ihre Gegner bis die Liebe siegt“ Buch ist.

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      1. Das kenne ich, das ist sehr schade. Aber dann ist es mehr Qual als Spa´ß zu lesen, wie in der Schule *lach . Also empfehlen würde ich alle Kate Morton und Lucinda Riley Bücher. Das Rosie Projekt hat mir auch gut gefallen, hab ich kürzlich gelesen.. ich habe eine Bücherliste drin, von all denen die ich gut finde. Hast du die mal gesehen?

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      2. Also bin jetzt ungefähr in der Mitte des Buchs angelangt, mir gefällt es . Ist bisher aber nicht wirklich spannend oder so. Ich kann ehrlich nicht sagen, ob ich es weiterempfehlen kann, da es für manche vllt zu langweilig sein könnte. Ich mag sowas halt gerne. Was liest du denn sonst so?

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      3. Ich lese gerne historische Romane mit bisschen Romanze und Fantasy. Im Moment mag ich Zeitreisen. Ich habe immer Jugendromane gelesene, aber die sind mir zu langweilig geworden. Jetzt such ich eine „erwachsenere“ Version 😉 Ich will vielleicht die Outlander Serie lesen.

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      4. Ich bin normal nicht so der Fantasy fan, habe allerdings kürzlich die Deliria Reihe gelesen, die fand ich ganz gut. Jedoch schlägt mein Herz doch immer eher für die historischen Romane. 🙂 Schön romantisch 😉

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  2. Haushalt ist ja auch ein Job – und zwar ein anstrengender! Nimm dir doch eine Stunde am Tag, am besten bevor dein Freund nach Hause kommt, und klopf dir auf die Schulter für das was du geschafft hast. Und in dieser Stunde machst du nur das, worauf du Lust hast, nichts anderes. Wenn das geschafft ist, hast du dir nochmal ein großes Schulterklopfen verdient 🙂 Achtsamkeit muss man immer wieder und wieder trainieren … 😉

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