Melancholie eines Sonnenuntergangs

Melancholie ist die Freude am Traurigsein, die mich beim Betrachten eines Sonnenunterganges ergreift, und in dem ich mir bewusst werde, dass dieser Augenblick schon bald vorrüber sein wird, (manches Leben gleicht einem solchen Untergang, viel zu kurz und doch wunderschön.)

Dieses Zitat finde ich sehr sehr schön, es steht auf einem Grabstein geschrieben, ganz in der Nähe von dem Grab meiner Großeltern. Es berührt mich jedes Mal, wenn ich es lese. Wobei der Fokus für mich doch hauptsächlich auf dem ersten Teil des Zitates liegt, da der letzte Teil mich irgendwie doch zu traurig stimmt, wenn ich weiter darüber nachdenke.

Meiner Meinung nach ist Melancholie nämlich nicht die direkte Freude am Traurigsein, sondern das bewusste Wahrnehmen und Erkennen der Vergänglichkeit, das Bewusstsein  dieser besonderen Momente zu haben. Die Tiefe des Momentes zu spüren und ja, es vielleicht doch ein wenig zu genießen und darin abzutauchen.

Ich mag Sonnenuntergänge, die Abendsonne, vorallem liebe ich die Herbstsonne, wenn der Sommer in wunderschöne warme Farben abtaucht und das Jahr langsam zu Ende geht.. Vermutlich bin ich melancholich. Kein Wunder, ich bin hochsensibel, ich kann garnichts dagegen tun, als solche Momente tiefsinnig wahrzunehmen. Aber ich bin nicht gerne traurig. Ich hasse Abschiede, die Endgültigkeit und das Loslassen. Ich kann nicht besonders gut damit umgehen.. aber vielleicht lerne ich das noch. Irgendwann. Ich muss lernen loszulassen, vor allem meine Ängste, meine Sorgen, meine Gedanken und meine Grübeleien. Manchmal hänge ich mich so sehr an Vergangenes, als ob es gegenwärtig ist, versuche nach Dingen zu greifen, die gar nicht mehr da sind. Vielleicht habe ich auch ein wenig Angst vor der Zeit, vor dem Lauf der Dinge, und auch vor der Zukunft? Ich weiß es nicht. Dieses Gefühl, als ob alle anderen wachsen und reifen und ich stehen bleibe und nicht weiß wohin ich gehöre. Was ist mein Plan? Habe ich die Orientierung verloren? Muss man einen Plan haben?

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5 Gedanken zu “Melancholie eines Sonnenuntergangs

  1. Die Frage nach dem Plan kenne ich, glaube ich.
    Ich frage mich oft:
    Wozu dies oder das?
    Ist es relevant, wenigstens für irgendwas oder irgendjemanden, was da geschieht oder eben nicht geschieht?

    Das Betrachten des Sonnenuntergangs lässt, denke ich, die Gedanken harren und die Sinne in einem Moment des Friedens ruhen.

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  2. Mit diesen Gedanken kann ich mich teils voll und ganz identifizieren. Diese „angenehme“ Melancholie…das kenne ich.
    Und auch ich habe Probleme mit dem Loslassen und hänge an Vergangenem. Die Tage wieder ganz besonders. Sieht man ja bei meinen Einträgen.^^

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  3. Die Gefühle und Gedanken kann ich sehr gut nachempfinden…schon bevor das Thema „Hochsensibilität“ in den Medien auftauchte war mir klar, dass unsere kleinste Tochter und ich selbst diese „Gabe“ haben….ich bezeichne es mit Absicht als Gabe, denn das ist es, auch wenn es manchmal einige Probleme mit sich bringt. Es gab eine Zeit, da sagte man mir unsere Kleinste hätte eine milde Form von Autismus!!!….ich könnte mich stundenlang über dieses Thema auslassen, aber das sprengt hier den Rahmen 😉
    Ich bin nun nicht mehr ganz jugendfrisch und kann sagen, dass man das Leben auf sich zukommen lassen muss…es geht sowieso nicht anders, ein gewisser Glaube an das Gute und eine gute Portion Introspektion…dann wird das alles gut werden :)…denn eigentlich ist das Leben schön!! 🙂

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    1. Ich freue mich über alle Kommentare, ob kurz oder lang. Also nur zu :-)) Thema Hochsensibilität ist eh besonders spannend und weitgreifend. Ja, Fluch und Segen finde ich ….ich glaube an das Gute! Ich hoffe auf das Gute, aber bin eben ängstlich 😉

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  4. Ich habe mal 1 Jahr in der Psychiatrie gearbeitet. Während dieser Zeit habe ich auch viel über mich selbst gelernt. Meine Professorin meinte damals, dass man meine Ängstlichkeit auch als Instinkt ansehen kann….seitdem sehe ich diese Seite an mir etwas anders…ich denke einfach mehr über jede Eventualität nach….manchmal hatte das schon Vorteile!! Ängstlichkeit hat nicht immer etwas mit Feigheit zu tun, sondern eher mit “ darüber nachdenken“, reflektieren. Das ist ja gerade auch das Thema bei Hochsensibilität.

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